Teilqualifizierung · § 81 SGB III
Ohne Berufsabschluss? Baustein für Baustein zur Fachkraft.
Viele erfahrene Mitarbeitende haben nie einen Berufsabschluss gemacht. Mit einer Teilqualifizierung lernen sie die Inhalte eines anerkannten Ausbildungsberufs in einzelnen Bausteinen, neben dem Job und mit Praxis im eigenen Betrieb. Die Agentur für Arbeit übernimmt die Lehrgangskosten vollständig, egal wie groß dein Unternehmen ist.
Förderung
Die Betriebsgröße spielt keine Rolle.
Weil der Berufsabschluss fehlt, fördert die Agentur für Arbeit hier deutlich stärker als bei einer normalen Weiterbildung. Das gilt für den kleinen Handwerksbetrieb genauso wie für ein Unternehmen mit 800 Beschäftigten.
Zum Vergleich
Stand: Oktober 2026, Quelle: Bundesagentur für Arbeit (§ 81 Abs. 2 und § 82 SGB III).
Für wen
Für Menschen mit Erfahrung, denen nur das Papier fehlt.
Gerade im Mittelstand arbeiten viele seit Jahren zuverlässig in ihrem Bereich, ohne je eine Ausbildung abgeschlossen zu haben. Genau für sie ist die Teilqualifizierung gedacht. Für dich als Arbeitgeber ist es eine Chance, eigene Leute zu Fachkräften zu entwickeln und an dich zu binden, statt mühsam neue zu suchen.
Mit abgeschlossener Berufsausbildung passt meist die reguläre Förderung nach dem Qualifizierungschancengesetz.
Die wichtigsten Voraussetzungen
- Die Person ist in der Regel älter als 25. Jüngere starten meist besser mit einer regulären Ausbildung.
- Es gibt keinen Berufsabschluss, oder er ist nicht mehr verwertbar, etwa nach mehr als vier Jahren als an- oder ungelernte Kraft in einem anderen Bereich.
- Es gibt Berufserfahrung, in der Regel mindestens drei Jahre. Zeiten der Kindererziehung oder Pflege zählen mit.
- Gute Deutschkenntnisse, etwa auf B2-Niveau, weil Unterricht und Prüfungen auf Deutsch stattfinden.
- Die Person ist sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Wie groß dein Unternehmen ist, spielt keine Rolle.
Den Einzelfall prüfe ich im Erstgespräch, gern auch direkt mit der betreffenden Person.
So funktioniert es
Eine Ausbildung in Bausteinen.
Jeder Baustein zählt für sich. Ihr entscheidet nach jedem Baustein neu, ob und wann es weitergeht, auch Pausen dazwischen sind möglich.
Theorie
Ein Baustein bei der Bildungseinrichtung, live online mit Dozentinnen und Dozenten.
Praxis im eigenen Betrieb
Eine begleitete Praxisphase an echten Aufgaben. Dein Mitarbeitender bleibt bei dir und bringt das Gelernte direkt ein.
Zertifikat
Am Ende jedes Bausteins steht eine Kompetenzfeststellung mit eigenem Zertifikat der Bildungseinrichtung.
Berufsabschluss
Sind alle Bausteine geschafft, geht es zur Externenprüfung. Wer sie besteht, hat den anerkannten Berufsabschluss.
Gut zu wissen
Was du vorab wissen solltest.
Gibt es in deinem Team erfahrene Leute ohne Abschluss?
Dann lohnt sich ein kurzes Gespräch. Ich prüfe mit dir, wer in Frage kommt und ob dein Betrieb die Praxisphase übernehmen kann.